Kinderkrankenschwester: Mein Weg nach dem Examen

Mein Weg nach dem Examen

(Jasmin, 27, seit fast 4 Jahren Examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenschwester)

Bevor ich vor den wichtigsten Prüfungen meines Lebens stand, musste ich mich noch damit auseindersetzen, wo ich nach meinem Examen arbeiten möchte. Am einfachsten und was auch die meisten meiner Kurskollegen machen wollten, war in dem Krankenhaus zu bleiben,in dem man gelernt hat. Denn man muss ja als frisch Examinierte Erfahrungen sammeln und laut Kollegen konnte man das eben nur im Krankenhaus.

Aber wollte ich das wirklich? Ich kannte ja nichts anderes. In der Ausbildung hatte ich einen Einsatz in der Psychatrie und bei einem Pflegedienst mit dem „Rein-Raus-Prinzip“, was ich auch sehr schön fand, aber mit dem ich auf Dauer auch nicht glücklich werden würde.

Dann hörte ich von einigen Kurskollegen etwas über Kinderintensivpflegedienste und schickte Bewerbungen ‚raus. Nur ich hatte halt überhaupt keine Ahnung, wie dort gearbeitet wurde.
Ich ging zu zwei Vorstellungsgesprächen. Nach dem ersten Gespräch, durfte ich direkt einen Tag probearbeiten, was ich sehr schön fand, da ich ja keinen Plan von dieser Arbeit hatte. So fande ich heraus, dass die Arbeit wirklich was für mich ist, aber nicht bei diesem Pflegedienst.
Dann hatte ich das Bewerbungsgespräch beim ZbF und dort fühlte ich mich auf Anhieb wohl und es passte.

Jetzt musste ich nur noch das Examen bestehen! Jeder, der diese Ausbildung gemacht hat, weiß, dass man in dieser Zeit wirklich durch die Hölle geht. Aber ich habe es geschafft!

Nach paar Tagen „Frei“ ging es dann für 2 Tage erstmal ins Büro, wo noch ein paar andere „Frischlinge“ waren und wir erstmal Themen wie z.B. Dokumentation usw., kennenlernen durften. Am Ende des ersten Tages haben wir dann erfahren, welche Kinder wir bekommen. Ich bekam erstmal nur ein Kind, da es querschnittsgelähmt und beatmet ist und vor mir eine große Herausforderung stand. Meine Arbeitszeiten waren auch ganz anders –  12 Stunden.

So fing halt alles an und mitlerweile betreue ich noch ein weiteres Kind.

Viele erzählen mir immer, dass sie Angst haben, alleine mit dem Patienten zu sein und dann nicht die Kollegen und den Arzt zur Seite zu haben.  Aber ich habe diese Angst von Anfang an gar nicht gehabt, weil ich genau wusste, was ich wann zu tun habe und ich immer die Eltern und die PDL dazurufen kann, wenn ich nicht mehr weiter weiß.

Aber es ist einfach Typsache, entweder man liebt die Arbeit im Krankenhaus oder im Pflegedienst.
Ich könnte euch  jetzt erzählen, dass man im Pflegedienst keinen Stress hat, aber den hat man, es ist halt anderer Stress. Mit dem ich bis jetzt besser klar komme.
Das Schönste ist einfach an dieser Arbeit, dass man sieht, was für Kämpfer die Kinder sind, wie stark sie sind und wie stark die Eltern sind. Man bekommt einfach so viel Dankbarkeit zurück! Und dann geht man auch viel lieber in diese Versorung, wo man weiß, man wird wirklich gebraucht. Dieses Gefühl kann man gar nicht beschreiben.

Aber…
Es gibt auch Momente, in denen ich wirklich keinen Bock mehr auf diese Arbeit habe, wo mir einfach alles zu viel ist, weil ich in gewissen Situationen nicht abschalten kann . Wir Pflegekräfte sind halt soziale Menschen und das ist manchmal nicht einfach.

Es ist keine einfache Aufgabe in einem Intensivpflegedienst zu arbeiten, aber für mich ist es zurzeit das einzig Richtige.

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